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Religiolexikon

Volksreligion

GND-Nummer

4130001-4

Oberbegriff
Synonyme
  • Volksfrömmigkeit
  • Volksreligionen
  • Volksglaube
Verwandte Begriffe
Kurztext

Der Begriff wird in der Religionswissenschaft uneinheitlich für Volksfrömmigkeit oder für die Religiosität einer geografischen Region gebraucht.

Haupttext

Er bezeichnet meist die traditionelle  Frömmigkeit in meist dörflichen Strukturen und ist dort Ausdruck der Religiosität einer Population (z. Bsp. Heiligenverehrung, Wallfahrten, Festkalender usw.). In der Regel ist diese Art der praktischen Frömmigkeit von der geltenden Hauptreligion akzeptiert und wird von ihr als stabilisierendes Element gefördert. Der Begriff steht für eine ununterbrochene religiöse Tradition und ist vom Aberglauben zu unterscheiden. Diese Art der Religosität lässt sich in allen Religionen der Welt nachweisen.

Die Unterscheidung von Volksreligon und Weltreligion hat sich wissenschaftlich nicht durchgesetzt, da die meisten Religionen geografisch über größere Bereiche wirksam sind. 

Zusammenfassung

Aus meiner Erfahrung präferiere ich den Gebrauch des Begriffes "Volksreligion" im Sinne für "Traditionelle Religiosität".

Die Volksreligion ist einerseits Ausdruck religiöser Stabilität, anderseits aber auch die Grundlage religiösen Protests wenn staatliche Eingriffe in die Religionsfreiheit drohen oder praktiziert werden.

Bibliographie

Deutsche Nationalbibliothek

Index Theologicus

Quellenlinks
Kritische Links
Autoren Winfried Müller