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Religiolexikon

Freikirche

GND-Nummer

4018337-3

Oberbegriff
  • Evangelische Kirche
Synonyme
  • Freikirchliche Gemeinde
Verwandte Begriffe
Kurztext

Das Handbuch Religiöse Gemeinschaften und Weltanschauungen definiert so: Freikirchen sind "Kirchen und Gemeinschaften, die aus dem Bemühen um die Erneuerung urchristlichen Gemeindelebens entstanden sind und zu denen ökumenische Beziehungen bestehen oder möglich sind."

Haupttext

Sie sind hauptsächlich aus evangelischen Kirchen hervorgegangen, wobei sich die Bezeichnung frei auf mehrere Inhalte bezieht.

  1. frei im Sinne der Unabhängigkeit von Staats- oder Territorialkirche
  2. frei im Sinne der selbstbestimmten Glaubensentscheidung des einzelnen Gemeindegliedes
  3. frei im Sinne der Unabhängigkeit von Kirchenhierarchien

Folgende Gemeinden werden zu den Freikirchen gerechnet:

  • Brüdergemeinden
  • Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) (Baptisten)
  • Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland (BFeG)
  • Bund freikirchlicher Pfingstgemeinden
  • Evangelisch-methodistische Kirche (EmK)
  • Gemeinden Christi (GC) / Churches of Christ
  • Heilsarmee (H)
  • Kirche des Nazareners (KdN)
  • Mennoniten (Me)
  • Religiöse Gesellschaft der Freunde (RGdF) / Quäker
  • Weltweite Kirche Gottes (WKG)
  • [Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten (STA)]

Das theologische Spektrum innerhalb der Freikirchen ist sehr breit, so dass es schwierig ist, sie unter einem Aspekt zu behandeln. So unterscheiden sich die einzelnen Kirchen auch in grundsätzlichen theologischen Fagen, wie dem Tauf- und Abendmahlsverständnis. Organisatorisch sind die Freikirchen in Deutschland in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) verbunden. Die ACK-Satzung regelt das theologische Verhältnis zueinander und das Auftreten in der Öffentlichkeit. Eine Sonderstellung in diesem Kontext nimmt die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten ein, die sich ob ihres exklusiven Selbstverständnisses und ihrer exegetisch-theologischen Grundlagen nicht ohne weiteres den Freikirchen zuordnen lässt. Sie arbeiten im Gaststatus in der ACK mit.

Zusammenfassung

Die theologische Unabhängigkeit stellt sich einerseits faszinierend dar, andererseits hat sie auch ihre Kehrseite. So stehen freikirchliche Gemeinden, da sie keiner bischhöflichen Supervision unterstehen, also außer dem Gemeindeleiter niemand über die Reinheit der Lehr wacht, immer in der Gefahr, ins Sektierertum abzudriften. So muss bei der Beurteilung neu entstehender kleiner freikirchlicher Gruppen immer gefragt werden, inwieweit ihr theologischer Ansatz mit den evangelischen Bekenntnisschriften und der Ökumene vereinbar ist.

Quellenlinks
Kritische Links
Link zu Wikipedia
Autoren Winfried Müller
Geändert 20.03.2017