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Religiolexikon

Grail

GND-Nummer

213837-2

Oberbegriff
  • Organisation
Synonyme
  • Gralsbewegung
  • International Grail Movement
  • Internationale Gralsbewegung (Hutten)
  • GB (Abkürzung)
  • Stiftung Gralsbotschaft
  • Grail Message Foundation
  • Le Graal
  • Grail Foundation
  • Stichting Graalsbewegung
Verwandte Begriffe
Kurztext

Die Gralsbewegung ist religionswissenschaftlich gesehen, eine esoterisch-neugnostische Gruppierung, deren Anhänger sich am Werk Im Lichte der Wahrheit von Abd-ru-shin (Oskar Ernst Bernhardt) orientieren. Die Gralsbewegung möchte ein umfassendes Bild der Welt in seiner Gesamtheit zeichnen. Dabei versteht sie Gott als Göttlich Wesenloses, welches als Licht- und Kraftquelle an höchster Stelle im Kosmos stünde. Gott wird als Urquelle gewaltiger Strahlungen verstanden, deren Protuberanzen in unvorstellbare Welten schießen. Diese Erklärung folgt einer physikalisch anmutenden Diktion in deren Folge auch die weiteren Erklärungen stehen. Gott wird gleichsam als Strahlungsquelle verstanden, die einerseits der Anziehungskraft unterliegt, andererseits darüber hinausreicht. So wird eine Grenzlinie zwischen der göttlichen und der geschöpflichen Welt postuliert, auf der sich die Gralsburg befindet.

Haupttext

Die Gralsbewegung hat ein kompliziertes System von Welterklärungen geschaffen, welches Kosmologie, Anthropologie und Christologie umfasst. So gäbe es drei Grundgesetze, die mit dem Willen Gottes identisch seien:

  1. Das Gesetz der Schwere: Hiernach würde das Gröbere, Schwere und Grobstoffliche nach unten (in die irdische Welt) sinken, sich von Gott entfernt, während das Feine, nach oben (zu Gott) aufsteige.
  2. Das Gesetz der Gleichart: Gleiches zieht Gleiches an.
  3. Das Gesetz der Wechselwirkung: Jeder muss ausbaden, was er verursacht. (= Gesetz der Vergeltung von Lohn und Strafe, "Karmagesetz")

Kai Funkschmidt, EZW, rechnet weltweit mit etwa 40.000 und in Deutschland mit etwa 3.000 Anhängern der Gralsbotschaft, die sich in Gralskreisen Deutschland und in internationalen Gralskreisen treffen, um das Gedankengut von Bernhardt zu vertiefen. Neben den aktiven Bekennern der Gralsbotschaft existiert noch ein größerer Leser- und Förderkreis. Derzeit ist die Gralsbotschaft in 16 Sprachen übersetzt und in über 90 Ländern erhältlich. Die Gesamtauflage der Publikationen wird von der Gralsbewegung mit über einer Millionen Exemplare angegeben.

Im Zentrum der Bewegung stehen Gralsfeiern, zu denen öffentlich eingeladen wird. Die Zentrale der Gralsbewegung befand sich bis 1999 auf dem Vomperberg. Dann spaltete sich die Bewegung. Der kleinere Teil der Bewegung blieb auf dem Vomperberg und der zahlenmäßig größere Teil ließ sich in Schwaz/Tirol als  Internationale Gralsbewegung nieder.  In Stuttgart wurde eine neue Niederlassung gegründet.

Die Organisationsstruktur der Gralsbewegung ist kompliziert, da diese sich gespalten hat. Kai Funkenschmidt schreibt: "Die Neugründung der Siedlung auf dem Vomperberg und der eigentliche Beginn der institutionalisierten Gralsbewegung erfolgten 1948 durch Bernhardts Witwe Maria. Bis 1999 befanden sich hier die weltliche Leitung und das geistige Zentrum. Seit 1999 ist die Bewegung gespalten. Bis dahin war die Leitung innerhalb der Familie weitergegeben worden. Oskar Ernst Bernhardt folgten seine Frau Maria (gest. 1957), der Sohn Alexander (gest. 1968) und die Tochter Irmingard. Mit deren Tod endete 1990 die Blutlinie in der Leitung, und es folgte der in die Familie eingeheiratete Siegfried Bernhardt, Besitzer des Anwesens Vomperberg. Im Jahr 1999 kam es zu Unstimmigkeiten. Seitdem hat die Internationale Gralsbewegung mit ihren angeschlossenen Institutionen ihren Sitz nicht mehr auf dem Anwesen ihres Gründers, sondern im benachbarten Örtchen Schwaz und in Stuttgart. Siegfried
Bernhardt seinerseits gründete das sogenannte „Gralswerk“, das nur noch jenen Anhängern Zutritt zur Gralssiedlung gewährt, die seinen Leitungsanspruch anerkennen" (EZW: Gralsbewegung, Stand: 13. 03. 2018)

Zusammenfassung

Die Gralsbewegung propagiert ein esoterisches Weltbild, in dem der Mensch von einer groben Kreatur sich zu einer feinstofflichen Existenz emporarbeiten kann. Im Grunde stellt dieses Konzept eine Form der Selbsterlösung dar wie wir sie auch aus der Anthroposophie kennen.

Bibliographie

Deutsche Bibliothek

Kritische Links
  • Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW): Gralsbewegung
Link zu Wikipedia
Autoren Winfried Müller
Geändert 13.03.2018