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Psychogene Blindheit

GND-Nummer

4176210-1

Oberbegriff
Synonyme
  • Blindheit, zeitweise
Verwandte Begriffe
Kurztext

Psychosomatische Störung, bei der die visuelle Reizbarkeit gestört oder ganz verschwunden ist, obwohl das visuelle System der Betroffenen organisch keine Schäden hat. Psychogene Blindheit kann bei Personen auftreten, die ein schweres seelisches Trauma erlitten haben.

Haupttext

"Hinzuweisen ist noch auf die psychogene Blindheit. Es gibt Personen, die deshalb nichts sehen können, weil ihre Psyche oder irgendein anderer unbekannter Vorgang im Gehirn sie daran hindert. Der Sehapparat, das heißt: Augen, Sehnerv und die Areale des Gehirns, die die Sehimpulse verarbeiten, sind dabei physiologisch vollkommen intakt. Die Krankheit ist kein exotischer Einzelfall, sondern tritt häufiger auf, als man vermutet. Man hat diese Krankheit ursprünglich als "hysterische Blindheit" bezeichnet, verwendet wurde später auch der Begriff "Konversionsneurose". Wie diese Krankheit "funktioniert", weiß niemand; sie kann bei jedem Patienten ihre individuelle psychische oder somatische Ursache haben. Die Personen sind jedenfalls keine Simulanten, sondern sehen tatsächlich nichts. Allerdings ist dies objektiv nicht messbar, was zur Folge hat, dass - wenn objektivierbare Befunde nicht vorliegen - der Anerkennung als "blind" unüberwindbare Beweisprobleme im Wege stehen." (= Deutscher Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V. (DVBS) spezial 3: Schriftenreihe zum Blindenrecht - Heft 06, 6.1.2 Rindenblindheit, visuelle Agnosie, apallisches Syndrom, psychogene Blindheit)

Zusammenfassung

Bei den im religiösen Kontext berichteten Blindenheilungen handelte es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um die Heilung von einer psychogenen Blindheit.

Bibliographie

Literatur

Quellenlinks
Kritische Links
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Autoren Winfried Müller