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Religiolexikon

Aberglaube

GND-Nummer

4000096-5

Oberbegriff
Synonyme
  • Aberglauben
  • Fehlformen des Glaubens
  • Gegenglaube
Verwandte Begriffe
Kurztext

Glaube an die Wirksamkeit der Magie. Mit Aberglauben wird der Glaube an eine Summe von scheinbar unerklärlichen Phänomenen unterschiedlicher historischer und psychologischer Herkunft bezeichnet.

Haupttext

Gemeinsam ist den Phänomenen des Aberglaubens, daß sie ihren Ursprung in der menschlichen Psyche haben. Sie sind das sichtbare Bild unterbewußter Vorgänge, die durch Regression des Individuums verursacht werden.

Psychologische, körperliche, individuale und soziale Faktoren führen immer wieder dazu, daß der Einzelne mit der Bewältigung der vor ihm stehenden Aufgaben nicht fertig wird. Ist das der Fall, dann versucht der Mensch auf individuale oder soziale Erfahrungen zurückzugreifen. Stehen keine Erfahrungen aus dem aktuellen Erleben zur Verfügung, dann wird, je nachdem wie existenziell das Problem ist, versucht, es gefühlsmäßig zu lösen:

Der Mensch greift auf Erfahrungen der   M e n s c h h e i t   zurück.

Typisch für solches Verhalten ist dann der Rückfall in entwicklungsgeschichtlich gesehen frühere Stadien, die Regression. Aberglauben wird es in allen Epochen der Menschheit geben, solange es Probleme gibt, für deren Lösung der Einzelne keine Erfahrung hat.

Zusammenfassung

Der Begriff Aberglaube eignet sich nicht als wissenschaftlich neutraler Begriff der Religionswissenschaft, da er aus religiös-weltanschaulicher Sicht fremde Glaubensformen beurteilt und damit ein Werturteil darstellt. In der Konfessionskunde hat er aber als Abgrenzungsbegriff zu esoterischen und synkretistischen Glaubenskonstrukten seine Bedeutung.

Bibliographie

Deutsche Nationalbibliothek

Quellenlinks
Kritische Links

VIKAS:

AGPF

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Autoren Winfried Müller
Geändert 17.03.2018