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Christliche Therapie (CT)

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Kurztext

Mit dem Begriff Christliche Therapie wird der in der Psychotherapie umstrittene Versuch bezeichnet, die  Wurzel einer seelischen Erkrankung im verzerrten Gottes- und Glaubensbild zu erkennen.

Haupttext

Insbesondere fundamentalistisch religiöse Menschen befürchten häufig, dass in Psychotherapien nicht nur das Glaubensleben des Patienten ausgeklammert wird, sondern versucht wird, die Religion wegzutherapieren. Jörg Müller,(1989): Und heilt alle deine Gebrechen, öJ.F. Steinkopf Verlag, Stuttgart, katholischer Theologe, und Psychotherapeut, wirft Psychotherapeuten vor, dass sie "unter Berufung auf Autonomiefindung, auf Selbstverwirklichung und Eigenverantwortung ihre eigene atheistische Weltanschauung dem Patienten überstülpen. Dabei werden viele Patienten, die ja nur einen unbeschwerteren und vertrauensvolleren Zugang zu ihrem Gott suchen, verunsichert und gehen mit größeren Schuldgefühlen aus der Therapie wieder heraus." Die christliche Psychotherapie will sich an der Bibel orientieren, ohne dabei in einen angstmachenden Fundamentalismus zu verfallen. Sie soll zu einem befreienden und erlösten Menschenbild hinführen. Sie will, so. J. Müller "dem Kranken helfen, die eigentliche Wurzel seines Krankseins im verzerrten Gottes- und Glaubensbild zu erkennen, in seinem tiefen Misstrauen Gott gegenüber, in seinen verzweifelten Verdammungsängsten, in seiner Leistungsfrömmigkeit oder auch im Fehlen jeglicher vertrauensvollen religiösen Rückbindung, in seinem Hang zur Unverbindlichkeit."  (Karl C. Mayer: Christliche Therapie [Stand: 28. 05. 2015])

Zusammenfassung

Allerdings besteht in diesem Ansatz die Gefahr dem Klienten einfach eine andere "Religion" überzustülpen. Das was Müller seinen Kollegen vorwirft, kann von christlicher Therapeutenseite her im umgekehrten Fall genauso erfolgen. Unzweifelhaft falsch ist es, hinter jeder psychischen Störung religiöse Ängste zu vermuten. Die Verknüpfung von Psychotherapie und Religion erscheint nicht sinnvoll, vielleicht ist sie sogar gefährlich. Aufgabe von Therapeuten ob nun selbst mit christlicher oder atheistische Weltanschauung ist nicht, Kranken und vermehrt suggestiblen Menschen eine wie auch immer geartete Religion oder Weltanschauung überzustülpen. Psychotherapie ist ebenso wenig Seelsorge im eigentlichen Sinn wie umgekehrt Seelsorge keine Psychotherapie ersetzen kann. Seelisch kranke Menschen sind oft besonders empfänglich für die Fänge von Sekten. Dieses Risiko besteht auch in machen religiös gefärbten "Psychotherapien". Bei erkennbarem drohendem Schaden, kann es im Ausnahmefall auch sinnvoll sein dass ein Therapeut hier die Notbremse zieht und dies thematisiert. Menschen die in einer Sekte oder einer fundamentalistisch religiösen Gruppe sind, sind in der Regel gegen den Versuch einer Einflussnahme durch "atheistische" Psychotherapeuten gefeit. Fachgerechte Psychotherapie versucht nie, auch nicht im Ansatz, einen ähnlich umfassenden Einfluss auf einen Menschen zu nehmen, wie dies Sekten tun. Wesentlich für den Erfolg einer Psychotherapie ist immer, dass eine vertrauensvolle Beziehung entsteht. Mindestens ebenso wichtig ist allerdings die Fachkunde des Therapeuten, dies hängt in der Regel nicht von seiner Religion ab. Die Bibel kann keine Grundlage einer sinnvollen Psychotherapie sein. (Karl C. Mayer: Christliche Therapie [Stand: 28. 05. 2015])

Bibliographie

Deutsche Nationalbibliothek

Index Theologicus

Link zu Wikipedia
Autoren Winfried Müller, Carl C. Mayer
Geändert 10.10.2018