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Religiolexikon

Esoterik

GND-Nummer

4015541-9

Oberbegriff
Synonyme
Verwandte Begriffe
Kurztext

"Esoterik (von griechisch ἐσωτερικός esōterikós ‚innerlich‘, ‚dem inneren Bereich zugehörig‘) ist in der ursprünglichen Bedeutung des Begriffs eine philosophische Lehre, die nur für einen begrenzten „inneren“ Personenkreis zugänglich ist, im Gegensatz zu Exoterik als allgemein zugänglichem Wissen. Andere traditionelle Wortbedeutungen beziehen sich auf einen inneren, spirituellen Erkenntnisweg, etwa synonym mit Mystik, oder auf ein „höheres“, „absolutes“ und arkanes, althergebrachtes Wissen.

Im heutigen populären und wissenschaftlichen Sprachgebrauch hat sich keine allgemein anerkannte Definition etabliert. In der Umgangssprache hat „esoterisch“ häufig die Bedeutung von „irrational“ oder „versponnen“. Die Religionswissenschaft und die Geschichtswissenschaft verwenden den Begriff ohne Wertung zur Bezeichnung diverser religiöser und kultureller Strömungen, insbesondere in der Neuzeit und im westlichen Kulturraum." (Wikipedia [Stand: 04. 11. 2014])

"Der Begriff Esoterik wird heute als Sammelbegriff für die unterschiedlichsten weltanschaulichen Lebenssinn-Angebote gebraucht. Ein Blick auf die Vielfalt der Themen, mit denen große Verlage im Rahmen von Esoterikreihen aufwarten, macht deutlich, dass es meist um Geheimwissen, geheime Lebenshilfen und Geheimwissenschaften für jedermann geht." (= Hemminger, Hansjörg; Keden, Joachim; Schmidt-Domine, Joachim: Gurus, Geister, Heiler und Propheten. Menschen auf der Suche nach Heil, Gesundheit und Glück. Neukirchen-Vluyn:Aussaat- und Schriftenmissions-Verlag GmbH, 1991, ISBN 3-7615-4846-X, S. 44)

Haupttext

Die esoterische Weltsicht hat nach Hemminger folgende Züge:

  1. Die sichtbare Welt ist weder die einzige, noch die ganze Wirklichkeit
  2. Es gibt eine unsichtbare, jenseitige Ueberwelt, zu der man sich Zugang verschaffen kann.
  3. Der Mensch ist umgeben von "Astralwelten" und verfügt über einen  "Astralleib", der "feinstofflicher" ist als die Materie. Damit verfügt der Mensch über eine Art unsterblicher Lebensenergie.
  4. Ueber den Weg der inneren Erfahrung und Erkenntnis erinnert man sich seiner Ursprünge und wird sich der eigenen geistigen, höheren Natur bewußt.
  5. Der Mikrokosmos entspricht dem Makrokosmos und umgekehrt. Das bedeutet, alles Vorfindliche hat in "geistigen Welten" seine Entsprechung.
  6. Eine Bewußseins- und Lebenstransformation des Menschen ist möglich durch  Einweihung in höhere Geheimnisse bzw. durch einen Aufnahmeritus in eine esoterische Gemeinschaft. Im Laufe der letzten 150 Jahre entstanden philosophisch ausgerichtete esoterische Gemeinschaften wie z.B.  Rosenkreuzer (Geistesschulung zur Umwandlung des Menschen), Theosophie (aus vielen Quellen geschöpfte Gotteserkenntnis der  H.P. Blavatsky, gest. 1891),  Anthroposophie (Weltanschauung von Rudolf Steiner, gest. 1925) (=Hemminger, a.a.O. S. 44f.)

Die moderne Esoterik stellt sich heute als eine Art Gebrauchsesoterik dar, die spirituelle Wünsche befriedigen will. Da kann man in Kursen zur Hexe oder zum Schamanen ausgebildet werden, da gibt es Talismane, Anleitungen zur Meditation oder zum kosmischen Orgasmus, alles wohlfeil auf Esoterikmessen zu erhalten. In unsicheren Zeiten benutzt mancher esoterische Hilfsmittel und Praktiken, um die Probleme seines Lebens zu lösen.

Zusammenfassung

Von der evangelischen Kirche wird die Esoterik abgelehnt, da sie unbiblisch ist und sich nicht mit dem Glaubensbekenntnis vereinbaren lässt. Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es für die Grundannanhmen der esoterischen Weltsicht keine Belege, da es sich hierbei um Glaubensaussagen handelt, die sich wissenschaftlich nicht beweisen lassen. Aus dieser Sicht stellen diese Aussagen lediglich Meinungen dar, die aber dem wissenschaftlichen Axiomsystem widersprechen.

Bibliographie

Deutsche Bibliothek

Index Theologicus

Quellenlinks
Link zu Wikipedia
Autoren Winfried Müller
Geändert 13.03.2018