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Reichsbruderschaft Jesu Christi

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Kurztext

Die Judenchristliche Reichsbruderschaft oder auch "Reichsbruderschaft Jesu Christi ist eine endzeitorientierte christliche Sekte. Religionsgeschichtlich gehört sie in eine Reihe mit den Zeugen Jehovas, den Menschenfreunden, der Philadelphia-Bewegung usw. Sie wurde von dem jüdischen Journalisten Abram Poljak 1952 als "Judenchristliche Reichsbruderschaft" gegründet, und 1954 in "Reichsbruderschaft Jesu Christi" umbenannt.

Vorangegangen waren seit 1935 Bestrebungen Poljaks, eine Judenchristliche Gemeinschaft zu gründen. Er war Ostern 1933 von der Gestapo verhaftet, dann aber nach acht Tagen wieder freigelassen worden. Diese Rettung aus der Gestapo-Haft war für ihn das religiöse Schlüsselereignis.

Haupttext

Die Grundlinien der Lehre:

  • Die Reichsbruderschaft will einen neuen Menschtyp sammeln, den auf das Reich Gottes orientierten Christen.
  • Die Aufgabe des Christen sei die Vorbereitung des "Tausendjährigen Reiches". Das geschieht durch die "Wächter auf den Mauern Jerusalems".

Die Sekte ist in Hauskreisen organisiert. Die Zahl ihrer Mitglieder wird als sehr gering eingeschätzt, genaue Zahlen liegen mir nicht vor. Ein Insider gab sie Ende 1998 mit ca. 30, vornehmlich sehr alten Mitgliedern an. Eine aktive Gemeinde konnte 2014 nicht mehr identifiziert werden. Allerdings legt der Befund des WWW nahe, dass die Grundgedanken der Lehre über die Webseite http://israel-pro.org/wiki-de/pmwiki.php/Main/HomePage weiterhin tradiert werden.

Zusammenfassung

Die evangelische Kirche leht die Lehren der Reichsbruderschaft Jesu Christi wegen ihrer einseitigen Judaisierung des Neuen Testaments als unbiblisch ab. Landesbischof Haug schrieb im Ev. Gemeindeblatt für Württemberg, Ag. 16. Dez. 1951, S.2 folgenes:

"Aber nun zur Sache selbst: warum musste die Kirche vor Abram Poljak warnen? Sie
hat, nachdem schon die Kirchenkanzlei der Ev. Kirche in Deutschland eine ernste
Warnung ausgesprochen hatte, zur Vorsicht gegenüber Abram Poljak geraten, weil er
nicht die biblische Linie vertritt. Sie lehnt ihn nicht ab, weil er den gekreuzigten,
auferstandenen und wiederkommenden Christus verkündigt, sondern sie warnt die
Gemeinden, weil er ihn verquickt mit unbiblischen Gedanken verkündigt, als gelte die
Wiederkunft Christi nicht der Gemeinde, die doch seine Braut und sein Leib ist,
sondern nur dem Volke Israel. Sie lehnt ihn nicht ab, weil er auf das nahende Ende
hinweist, sondern sie warnt, weil er dieses Ende mit sich selber und den 15 Leuten in
Jerusalem verkoppelt, die er dort für seine Gedanken gewonnen hat. Sie warnt nicht,
weil er in Israel missioniert, sondern weil er mit falscher Zielsetzung dort missioniert,
als gäbe es für die Gläubigen aus Israel eine andere Verbundenheit mit Christus als für
die Gläubigen aus den Heiden. Sie lehnt ihn nicht ab, weil er in Jerusalem eine
Gemeinde sammelt, sondern weil er diese Gemeinde von den andern Judenchristen in
Jerusalem als etwas Besonderes trennt. Sie lehnt ihn nicht ab, weil er die
Verheissungen des AT ernst nimmt, sondern weil er nicht sieht, in welcher Weise sie
in Christus in Erfüllung gegangen sind und gehen werden und wie nicht bloss das
alttestamentliche Gesetz und der alttestamentliche Tempel, sondern auch die
alttestamentliche Zukunftserwartung durch Christus in völlig neuem Geist erfüllt
worden ist. Sie lehnt ihn nicht ab, weil er den Juden Busse predigt, sondern sie warnt,
weil er nicht sieht, dass die Busse den Juden aus der Synagoge hinausführt, sodass er
seine Vergangenheit wie Paulus Phil. 3 für Kot erachtet. Sie lehnt nicht ab, weil er die
Botschaft vom Reiche pflegt, sondern weil er das Reich im Gegensatz zur Bibel (z.B.
Apg. 14: 22, Röm 14:17; 1 Kor 4:20; Eph 5:5 u.a.) für Israel mit Beschlag belegt. Sie
lehnt ihn nicht ab, weil er einen grossen Zulauf hat, sondern sie warnt, weil sie sich
fragen muss, ob er mit all dem nicht ein falscher Prophet ist." (http://israel-pro.org/wiki-de/uploads/Poljak/Warum%20muss%20die%20Kirche%20vor%20AP%20warnen.pdf)

Bibliographie

Deutsche Nationalbibliothek

Quellenlinks
Kritische Links

Wikipedia

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Autoren Winfried Müller
Geändert 20.03.2014