Start / Religiolexikon / E / Evolutionstheorie

Religiolexikon

Evolutionstheorie

GND-Nummer

4071051-8

Oberbegriff
Synonyme
  • Abstammungslehre
  • Deszendenztheorie
  • Entwicklungstheorie
  • Evolution / Theorie
Kurztext

"Unter einer Evolutionstheorie versteht man die wissenschaftliche und in sich stimmige Beschreibung der Entstehung und Veränderung der biologischen Einheiten, speziell der Arten, als Ergebnis der organismischen Evolution, d. h. eines Entwicklungsprozesses im Laufe der Erdgeschichte, der stattgefunden hat und andauert." (Wikipedia, Stand: 29. 10. 2018)

Haupttext

"Evolutionstheorien sind naturgemäß jeweils ein Produkt der Zeit ihrer Entstehung und spiegeln die jeweiligen Erkenntnisse, die Faktenlage und die wissenschaftlichen Herangehensweisen der Zeit wider. Da sich die moderne Evolutionsbiologie mit zahlreichen, teilweise sehr unterschiedlichen Ansätzen und Analysen beschäftigt, wo vielfach temporäre Hypothesen entworfen und später teilweise zugunsten verfeinerter Hypothesen wieder aufgegeben werden, ist es mittlerweile Konsens, dass man nicht von einer eigentlichen und allumfassenden „Evolutionstheorie“ sprechen sollte, sondern dass gewissermaßen ein Theoriengebäude vorliegt, wo viele Erkenntnisstränge von der Paläontologie bis zur Molekularbiologie zusammenfließen und sich wechselseitig zu einer Gesamtsicht ergänzen. Ein Überblick und weiterführende Links über zentrale Inhalte des aktuellen Theoriengebäudes sind unter Evolution, die derzeit diskutierten Hypothesen und Theorien zur Entstehung des Lebens unter Chemische Evolution abgehandelt." (Wikipedia, Stand: 29. 10. 2018)

Zusammenfassung

"Ungeachtet des wissenschaftlich schlüssigen und immer weiter untermauerten Theoriengebäudes der biologischen Evolution bezweifeln Teile der Bevölkerung die Realität des biologischen Evolutionsprozesses und der Evolutionstheorie. Protagonisten einer vielfach kreationistischen Argumentsweise sind meist religiös inspirierte Gruppen, primär aus dem fundamentalistischen Bereich der drei abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam, deren strikte Anhänger die vielfach bildhafte Sprache religiöser Schriften bezüglich der Entstehung der Erde und der lebenden Organismen wörtlich interpretieren. Die entsprechenden schriftlich formulierten Schöpfungsmythen stammen aus dem ersten und zweiten Jahrtausend vor Christus, lassen aber eine noch frühere mündliche Entstehungszeit vermuten, die wenigstens bis in die sumerisch-akkadische Zeit Alt-Mesopotamiens zurückreicht. Die Übertragung der damaligen Interpretationen in die heutigen Kenntnisse der realen Welt ist als unwissenschaftlich zu werten. Als einflussreicher Ursprung einer neuerlichen Evolutionstheorie-Skepsis im 20. und 21. Jahrhundert gilt der christliche Fundamentalismus, wie er in Teilen der USA propagiert wird und von dort auf andere Erdregionen übergegriffen hat. In den Strömungen des Islam sind nicht-wissenschaftliche Argumentationsweisen und eine rein religiös begründete Betrachtung der irdischen Lebewesen generell weit verbreitet. Die meisten christlichen Kirchen Europas erkennen die wissenschaftliche Evolutionstheorie dem Prinzip nach an und versuchen etwa in der theistischen Evolution einen Kompromiss. So erklärte die Römisch-katholische Kirche in einer Botschaft von Papst Johannes Paul II. am 22. Oktober 1996 die Vereinbarkeit der Evolutionstheorie mit dem christlichen Glauben.[9][10] Die Evangelische Kirche in Deutschland distanziert sich ebenfalls vom Kreationismus.[11]" (Wikipedia, Stand: 29. 10. 2018)

Bibliographie

Deutsche Nationalbibliothek

Index Theologicus

Quellenlinks
Kritische Links
Link zu Wikipedia
Autoren Winfried Müller
Geändert 29.10.2018