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Materialisation <Parapsychologie>

GND-Nummer

4169081-3 

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Kurztext

Bezeichnet im Okkultismus das Erscheinen und Verschwinden (Dematerialisation) von Gegenständen, ohne daß eine äußere, physikalische Ursache erkennbar wäre. Besonders in den 20er Jahren unseres Jahrhunderts wurden Materialisationen als Beweis für die Existenz einer Geisterwelt aufgefaßt. Allerdings hat sich bislang kein Materialisationsphänomen wissenschaftlich verifizieren lassen. Entweder entpuppten sich die Materialisierungsphänomene nachträglich als Betrug oder Zaubertrick, oder die Versuchsbedingungen ließen sich nicht nachvollziehen.

Haupttext

Im deutschen Sprachbereich ist dieses okkulte  Phänomen durch den Spiritisten Albert Freiherr von Schrenck-Notzing während der Hype des Spiritismus in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts einer breiten bildungsbürgerlichen Öffentlichkeit bekannt geworden. In seinen Publikationen stellte er Fotografien vor, die er während seiner Seancen aufgenommen haben will und die Gebilde zeigen, die menschliche Hände, Arme oder auch ganzen Personen darstellen. Er nahm diese Fotos als Beweis der Existenz einer außerirdischen Welt.

Das Postulat der Esoterik, des Spiritismus und des Okkultismus es gäbe neben der realen Welt auch eine jenseitige Welt wird in der Gegenwart von der sogenannten esoterischen Sterbebegleitung wieder aufgegriffen. Ausgehend von den Untersuchungen von Elisabeth Kübler-Ross versucht besonders Bernhard Jakoby die sogenannte Nahtoderfahrung als Beweis einer jenseitigen Welt zu postulieren.

Zusammenfassung

Allerdings hat sich bislang kein Materialisationsphänomen wissenschaftlich verifizieren lassen. Entweder entpuppten sich die Materialisierungsphänomene nachträglich als Betrug oder Zaubertrick, oder die Versuchsbedingungen ließen sich nicht nachvollziehen.

In der Gegenwart spielt das Phänomen im Bereich der sogenannten Nahtoderfahrung eine Rolle. Ähnlich wie schon Schrenck-Notzing postulieren Vertreter der esoterischen Sterbebegleitung wie z. Bsp. Jakoby, Erfahrungen im Bereich des Nahtodes als Beleg einer jenseitigen Welt zu interpretieren. Dieser esoterische Ansatz trennt aber nicht zwischen individualem Erleben und realem Geschehen. Glaube wird hier als "Wissen" ausgegeben. Für diese Hypothese gibt es keinen wissenschaftlichen Beleg, sonder sie ist die Artikulation einer Glaubensvorstellung. Die muss man deutlich vom wissenschaftlichen Ansatz unterscheiden.

Nach derzeitigem wissenschaftlicher Erkenntis stellen die sogenannten Nahtoderfahrungen folgendes dar:

  • Sie sind der Spiegel der psychosozialen und religiösen Situation des Individuums
  • Sie sind der Spiegel der unterbewussten Erinnerungen des Individuums
Kritische Links
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Autoren Winfried Müller
Geändert 25.08.2017